Emma feiert Weihnachten

Festster zur Weihnacht
Bildrechte: Gottesdienst-Institut, Marion Goedelt

Eine Vorlesegeschichte zur Karte Fenster zur Weihnacht für Familien zum Heiligen Abend

Nehmt die Karte zur Hand und betrachtet das weihnachtlich geschmückte Fenster auf der Außenseite. Wenn ihr die Karte nun auffaltet, blickt ihr in Emmas Zimmer.

Emma sitzt neben ihrem Bett und wartet, dass es Abend wird. Heiligabend. Die Zeit scheint gar nicht zu vergehen. Und weil sie so lange warten muss, fallen ihr die Augen zu. Emma träumt und im Traum hört sie eine Stimme ganz nahe an ihrem Ohr: „He Emma, magst du eine Geschichte hören?!“ Es ist der Esel aus der Weihnachtsgeschichte, der zu Emma spricht. Er will Emma unbedingt erzählen, wie Jesus auf die Welt gekommen ist:

„Maria war schwanger und erwartete ihr erstes Kind. Marias Bauch war schon ganz dick. Jesus sollte bald geboren werden. In Nazareth. Dort, wo Maria und Josef lebten. Doch dann kam der Befehl des Kaisers Augustus. Jeder sollte sich in Steuerlisten ein-tragen lassen jeder in dem Ort, in dem er geboren wurde. Josef stammte aus Bethlehem und so packten Maria und Josef gleich das Nötigste für die Reise und luden es auf ihren Esel. Dann ging es los den weiten Weg zu Fuß. Erst am Abend des dritten Tages erreichten sie die Häuser von Bethlehem. Maria war die letzten Kilometer nur noch langsam vorangekommen. Nun beschleunigte sie ihre Schritte und lächelte. Wie freue ich mich jetzt auf ein Bett! Aber in den Herbergen war alles schon belegt und niemand wollte das Paar einlassen. Maria konnte nicht mehr weiter. Sie setzte sich auf die staubige Straße. Da hatte jemand Mitleid. Er führte sie zu seinem Stall und sagte: „Hier könnt ihr schlafen.“ Neben Ochse und Esel und ein paar Schafen, die dort zu Hause waren, richtete Josef aus Stroh ein Lager her. Für Maria kam die Zeit und das Kind kam zur Welt. Es war ein Junge. Maria wickelte ihn in Windeln. Glücklich wiegte Maria ihr Kind auf dem Arm. Und in der Futterkrippe legte sie ihn zum Schlafen. Maria und Josef waren voller Freude. Sie dankten Gott für das Wunder dieser Nacht.“

Sucht nun den Esel in Emmas Zimmer. Er ist von einem kleinen Fenster umgeben. Wenn ihr das vorsichtig öffnet, seht ihr den Esel, der bei der Krippe steht. Und wenn ihr das Bild mit dem Kinderzimmer in der Mitte noch einmal auffaltet, seht ihr den Stall in Bethlehem. Maria sitzt da, das Kind auf dem Schoß. Josef hat den Arm um Maria gelegt. Beide haben nur Augen für das Kind.

„Aber das ist noch nicht alles!“ Eine neue Stimme mischt sich in Emmas Traum. Hell und glockenklar. Es ist der Engel. Er sagt: „Nicht nur Esel wissen etwas von Weihnachten. Auch wir Engel. Komm und schau!“ Plötzlich ist Emma draußen, auf einem Hügel. Am dunklen Himmel über ihr sieht sie Sterne funkeln. Es ist still in der Nacht. Weit und breit ist kein Haus zu sehen. Neben Emma steht Jemand Großes. Ganz in Weiß gekleidet und von einem Lichtschein umgeben. Emma spürt es gleich: Das muss ein Engel sein. Ein paar Meter entfernt sitzen Männer an einem Feuer, in einfache Mäntel und Decken gehüllt. Es riecht nach Tierfell und Schweiß. „Lasst uns schlafen gehen!“, sagt einer der Männer, der tiefe Ringe um die Augen hat. Vor Müdigkeit. „Morgen ist wieder ein harter Tag!“ „Du hast recht!“, stimmt ein anderer zu. „Das Gras hier ist so gut wie aufgefressen. Wir müssen den Schafen eine neue Weide suchen. Das wird kein Kinderspiel.“ Die Männer drehen sich um, um ihre Decken auszurollen. Da sehen sie den leuchtenden Engel und erstarren. Vorsichtig tritt der Engel näher. Er spricht zu den Hirten:

„Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch gute Nachrichten. Etwas Wunderbares ist geschehen für euch und für alle Menschen. Für euch ist heute der Heiland geboren: Christus, der Herr, Gottes Sohn, euer Retter! Nicht weit von hier findet ihr ihn. In Bethlehem. Ein Baby in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Auf, auf, nach Bethlehem!“

Einen kurzen Moment stehen die Hirten ungläubig staunend da. Schauen sich an. Dann fassen sie einen Entschluss. Sie machen sich auf nach Bethlehem. Sie wollen mit eigenen Augen sehen, was dort geschehen ist.

Jetzt schlägt Emma die Augen auf sie ist wieder in ihrem Zimmer. Aber sie denkt an ihren Traum und muss lächeln. Wie schön war das, den neugeborenen Jesus im Stall zu sehen! Und wie schön war das mit dem Engel auf dem Feld bei den Hirten zu sein! Vor allem die Gesichter der Männer im Feuerschein kann Emma nicht vergessen. Wie sie aufgebrochen sind nach Bethlehem, waren sie wie verwandelt. Nicht mehr matt und traurig, sondern wach und voller neuer Hoffnung. Weil der Engel zu ihnen gekommen war. Weil der Engel zu ihnen gesprochen hatte: Fürchtet euch nicht! Für euch ist heute der Retter geboren.

Sucht den Engel auf Emmas Schreibtisch. Auch ihn umgibt ein Fensterchen. Wer es öffnet, sieht den Engel auf dem Feld. Und wenn ihr noch einmal zum Krippenbild hin aufblättert, sehr ihr die Gruppe Hirten. Sie stehen staunend vor dem Engel. Gleich machen sie sich auf zum Stall.

Inzwischen ist der Nachmittag fast vorbei und die Dämmerung kommt. Als Emma aufstehen will, um das Licht einzuschalten, fällt ihr Blick auf den blauen Stern am Fenster. Dahinter, draußen am Himmel, beginnen die echten Sterne zu leuchten. Emma tritt ans Fenster und blickt hinaus. Sie sieht einen Stern, der besonders hell strahlt. Er steht hoch am Himmel. Weithin sichtbar muss er sein. Emma freut sich an seinem wunderbaren Leuchten. Sie denkt: So ein Stern hatte doch auch über dem Stall geleuchtet. So ein Stern hatte den Weg zur Krippe gezeigt. Und dieser Stern hier leuchtet für mich. Das ist mein Weihnachtsstern! Ich habe die Krippe gesehen und Maria mit dem Kind. Ich habe gehört, wie der Engel gesprochen hat und in die frohen Gesichter der Hirten geschaut. Jetzt ist Weihnachten da!

Sucht nun den Stern an Emmas Fenster. Hinter dem Fensterchen beim Stern seht ihr einen hellen Stern am Himmel. Klappt das Bild noch einmal in der Mitte auf: Der helle Stern steht über dem Stall von Bethlehem. Er weist den Weg zum Kind in der Krippe. Für die Hirten, die sich aufgemacht haben. Und auch für die Sterndeuter, die mit ihren Kamelen von weit her unterwegs sind.

Emma hat den Weg nach Bethlehem auch gefunden. Esel, Engel und Stern haben ihr den Weg zur Krippe gezeigt. Emma ist nicht aus dem Zimmer gegangen und war doch da. Wie die Hirten damals hat sie die gute Nachricht des Engels gehört: Gottes Sohn ist geboren. Emma hat selbst im Stall von Bethlehem gestanden. Und sie hat gestaunt und sich gefreut über all das, was sie gehört und gesehen hat. So ist Weihnachten zu Emma gekommen. Und so kommt Weihnachten auch zu uns. Hört die gute Nachricht: Gottes Sohn ist geboren!

Gebet

Lieber Vater im Himmel, du bist voller Liebe, heute kommen wir zur Krippe.

Wir sehen auf deinen Sohn, Jesus, wir hören, was der Engel sagt.

Wir danken dir dafür.

Wir bitten dich, Vater im Himmel:

Für alle Kinder, dass sie geborgen aufwachsen können.

Für alle in Not, dass sie Schutz und Hilfe finden.

Für alle, die einsam sind, dass jemand ihnen Türen öffnet.

Für die Kranken, dass sie geheilt werden.

Für die Traurigen, dass sie getröstet werden.

Wir nennen dir die Namen von Menschen, an die wir heute denken:.....

Danke, Gott, dass du uns hörst.

Amen.